Komme gerade vom Rufus Wainwright-Konzert in der Volksbühne… Wow… Das Publikum war etwas anders, als vor zwei Jahren im Kesselhaus. Klar, viele Schwule, aber dieses Mal des gehobenen, bohemenhaften Niveaus, wenn ich das so sagen darf. Volksbühne eben.
Rufus glänzte. Zuerst in einem Elvis-mässigen Anzug, danach in einer zunftigen Lederhosn und dem dazugehörigen Trachtenbrimborium (im Rang und ohne Brille sitzend, erwischte ich mich bei dem Gedanken, der am Klavier singende verschwommene Rufus könnte ein junger schwuler Hitler sein… Brrr…:), danach in einem Bademantel und schliesslich als Diva in einem Minikleid samt Stöckelschuhen!
Meine Worte sind es nicht Wert, um die Qualität dieser Musik zu beschrieben! Am liebsten hätte ich mich noch wärend der Show still erschossen, aus der Frust an Erkentniss, dass sein Niveau absolut unerreichbar ist. Rufus hatte diesmal keine Frauen in der Band. Er hat bewusst die Konkurenz beseitigt, um am Schluss als einizge Diva auf der Bühne zu stehen. Dafür hat er aber ausser Schlagzeug, Bass und zwei Gitarren eine Bläser-Section mit einem French Horn, Sax und Trompete gehabt. Alle acht sangen. Der Schlagzeuger war wohl Linkshändler, hat aber eine Rechtshändler-Anordnung gespielt. Im Bühnenhintergund hing eine riesige stilisierte USA-Flagge, mit lustigen glitzernden Sternchen. Und die Lichtshow war im vergleich zum Kesselhaus einfach phatt! Ich war immer wieder überrascht davon, wie präzise das Licht die Akzente setzt.
In der Mitte des Programms hat die Band ein Stück von John McCormic (ich hoffe, ich habe den Namen richtig im Kopf) gespielt – etwas irisches. Akustisch, “without microphones”. Die Distanz, die eine Tonanlage schafft, war sofort weg. Und das publikum total still. Danach gab es den lautesten Applaus des Abends.