Sternabwaerts: Das Märchen
Es war einmal ein lichtes Tal in einem finstern Wald. Zu einer Zeit, da kein König mehr war und Adler kreisten in der Luft.
Da trug es sich zu, dass sich zwischen Mond- und Sonnenschein zwei Menschen trafen. Sie erkannten sich als Wanderer und machten sich auf, gemeinsam von dem zu singen, was ihnen wertvoll war.
Der Himmel, erfreut über diesen Zugang, applaudierte kräftig und entließ Sternenstaub, den wertvollen Extrakt, aus dem die Sternschnuppen sind und eine formte sich sogleich im freien Fall.
„„STERNABWAERTS” sei euch Name und Richtung – durchwandert nun den Zwischenraum der Welten!”, klang es durch die Lüfte und eine Eule auf einer große Eiche blinzelte im Takt.
Während die Worte noch erklangen, erreichte die Sternschnuppe den Boden. Ihr Same pflanzte sich tief in den Grund und die beiden machten sich sogleich staunend auf.
Fortan vergingen viele Tage und Nächte und sie wanderten einsam und gemeinsam über Berg und Tal unter dem weiten Himmel.
Wo sie unterwegs einkehrten, erklang ihr Gesang und die Gruppe derer, die sie liebgewonnen hatten, wuchs langsam aber stetig. So trug man ihnen bald an, sich weiter in die Welt zu wagen. Sie freuten sich und gingen heiter ihres Weges.
Doch bald schon gelangten sie an eine tiefe, finstere Schlucht. Dort standen sie und wussten nicht wohin und hatten große Not. Und wie sie sich umsahen, bröckelte der Boden unter ihren Füßen, und die Wege hinter ihnen verschwanden, und es gab kein Zurück.
Da stieg ein mächtiges Ungeheuer aus dem tiefen, morastigen Spalt, das trug eine Schlange um den Hals. Und betörender Duft von Moschus erfüllte die Luft. „Da, wo ihr zögert, müsst ihr sterben, wo ihr verharrt, sollt ihr verderben. Wo ihr euch wagt, zergehen die Sorgen, da leuchtet euch der neue Morgen. Und eine Blume wächst, die euren Namen trägt”, klang der betörende Gesang der Schlange, und die beiden sanken dahin und fielen in tiefen Schlaf.
Es träumte ihnen von einer alten Brücke, die führte über die Schlucht, doch sie war morsch und hatte manche Lücke. „Da, wo ihr zögert, müsst ihr sterben, wo ihr verharrt, sollt ihr verderben. Wo ihr euch wagt, zergehen die Sorgen….. .”, klang es noch immer durch die Luft, doch nun erwachten sie davon. Und als sie sahen, dass die Brücke noch immer vor ihnen lag, fassten sie sich ein Herz und setzten einen Fuß nach dem anderen über den Abgrund ins Ungewisse.
Für jeden Schritt, den sie taten, wuchsen aus dem tiefen, dunklen Nass Balken und Planken empor, und die Brücke hatte bald ihre alte Kraft zurück. Nun kroch an ihr schon allerlei schlammiges Getier herauf, das war befreit und das Monster hatte die Macht über es verloren. Und als die beiden noch wanderten auf der langen Brücke, leuchtete am Horizont die Morgendämmerung ….
